Unbekannte Orte – die Atrium Galerie Wiesbaden

Blick in den Raum. Vom Balkon im ersten Stock.

Blick in die Atrium Galerie Wiesbaden. Foto: Clia

„Kunst privat!“ war der Titel einer Gemeinschaftssausstellung der hessischen Adelsfamilien Wirtschaft. Wer also hoffte, ein Blick in Burgen und Schlösser Villen und Landhäuser werfen zu können, wurde enttäuscht. Statt dessen öffneten 34 Unternehmen ihre Türen. Ich hatte die Veranstaltung zu spät entdeckt und konnte nicht mehr frei wählen, wo ich hin wollte. Die Aussteller hatten die Besucherzahlen begrenzt.

Und das war mein Glück, denn auf diese Weise entdeckte ich die Atrium Galerie der SV Sparkassen Versicherung. Diese Galerie ist sozusagen bei mir um´s Eck, gegenüber der Reisinger Anlage und zwei Minuten vom Wiesbadener Bahnhof entfernt. Drei talentierte junge Künstlerinnen lernte ich bei der Gelegenheit auch noch kennen. Alle drei hatten das Arbeitsstipendium für Bildende Kunst gewonnen, das die Versicherung jedes Jahr vergibt. Die Führungen bei „Kunst privat!“ waren gleichzeitig die Finissage ihrer Ausstellung.

Keine gezielte Frauenförderung

„Machen Sie gezielt Frauenförderung?“ Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen. „Nein, wir fördern alle gleichermaßen,“ war die Antwort von Verena Titze, zuständig für die Kunst- und Kulturförderung des Unternehmens. Mhm. Schade.

Das Künstlerinnenduo Vidal & Groth

Das Künstlerinnenduo Frederike Vidal und Judith Groth zeigte bestickte Porträts. Die beiden Frauen hatten monatelang Freundinnen fotografiert und die Bilder anschließend bestickt. Schlingstich, Plattstich, Kettstich überzogen Frauengesichter. Manche Stickereien waren flach, andere plastisch.

„Das war eine Menge Arbeit,“ erzählten die Künstlerinnen. Fotos mussten gemacht, bearbeitet, ausgedruckt und mit Textil hinterlegt werden. Dann wurden vielfarbige Blütenmotive entwickelt und gestickt. „Die Auswahl der Garnfarbe dauert oft lange. Wir haben immer wieder genau überlegt, welche Farbe die nächsten Stiche haben sollen.“ Das Sticken selber haben sich die beiden eigens für ihre Porträt-Serie erarbeitet.

Henriette Kriese

Henriette Kriese hat in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Thüringer Wald fotografiert.

„Ich konnte in dieser Einrichtung nur fotografieren, weil ich lange blieb und den Jugendlichen Zeit gab mich  kennenzulernen,“ erklärte Henriette Kriese. „Ich habe mehrere Monat lang so viel Zeit wie möglich dort verbracht.“ Die Künstlerin hat Foto-Workshops gegeben. Manchmal kam sie auch über ihre altmodische Kamera ins Gespräch. Das war etwas, was die Jugendlichen nicht kannten.

Auf diese Weise bekam sie Zugang zum ungeschminkten Alltag. Oft hat Henriette Kriese lange Zeit an einem Ort gesessen und beobachtet bis sich ein Moment ergab, der ihr geeignet für ein Foto erschien. „Ich habe meist nur ein einzelnes Bild gemacht,“ sagte sie. Sie fotografiert analog.

Wiesbadener Fototage

Bis einschließlich Sonntag, 12. Juli ist die Atrium Galerie Ausstellungsort der Wiesbadener Fototage.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s