Der Wiesbadener Impro-Theater-Sommer

Zwei Schauspieler in Kostümen von Gerichtsmediziner bei der Spurensicherung.n

MordArt. Auftakt Impro-Sommer 2014. Foto: Clia

An einem kalten Januarmorgen lauschte ich, bei einem Einsatz für die lokale Presse, pflichtbewusst den Politiker-Reden auf einem Neujahrsempfang. „Das beste Event in Wiesbaden ist doch definitiv der Impro-Sommer,“ platzte der Fotograf neben mir plötzlich heraus. – „Impro-Sommer? Das hab ich schon oft gehört, war aber noch nie, da,“ musste ich zugeben. – „Du kennst das beste Sommer-Event in Wiesbaden nicht?“ Der Kollege wollte es gar nicht glauben. „Na, dann wirds aber Zeit! Den Impro-Sommer gibt´s doch schon seit Jahren!!!“

Tatsächlich feiert der Impro-Sommer in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag. Und ja, ich war endlich da. Am vergangenen Freitag war die Auftaktveranstaltung „MordArt“.  Und ja, der Impro-Sommer ist eines der besten Events die Wiesbaden zu bieten hat. Er ist so gut, dass sich eine weitere Anreise lohnt. Hier stimmt einfach alles. Der Ort, der Weg auf den Berg und das Programm.

Der Ort für den Impro-Sommer: die Erlebnismulde auf dem Neroberg

Blick in die Erlebnismulde.

Die Erlebnismulde vor dem Spiel. Foto: Clia

Der Neroberg ist der Wiesbadener „Hausberg“. Nirgendwo sonst hat man einen besseren Blick über eine der schönsten Städte Europas. Man fühlt sich ein bisschen wie „über den Dächern von Nizza“. Bloß ohne die Begleitung von Cary Grant.

Der Berg trägt nicht nur das schönste Schwimmbad der Stadt (Opelbad). Irgendwann haben ein paar findige Geister auch noch eine „Erlebnismulde“ in den Gipfel buddeln lassen. Wenn man in dieser Mulde sitzt, hat man das Gefühl, man säße in einem Theater der Antike. In einer großen Spirale führen breite, begrünte Stufen von oben in die Mulde hinein. Am tiefsten Punkt ist ein kleiner Platz. Das ist natürlich die Bühne.

Der Weg auf den Berg: mit der Nerobergbahn zum Impro-Sommer

Auf dem Neroberg ist es eng. Das gilt auch für Parkfläche. Deshalb haben sich die Veranstalter einen netten Gag ausgedacht (vermutlich mit „Nachhilfe“ und Unterstützung durch die Stadt). Ein Spendenbändchen (jeder zahlt so viel, wie er kann) dient nicht nur als Eintrittskarte für den Impro-Sommer. Es ermöglicht gleichzeitig eine Gratisfahrt mit der über 100 Jahre alten Nerobergbahn. Auf dem Weg nach oben hat man einen traumhaften Blick über die Stadt. Jeder einzelne Meter gefahrene Schiene, lässt den Horizont weiter werden. (Wer denkt sich bloß solche genialen Sachen aus???)

Das Programm: vier Wochenenden lang Impro-Sommer

Der Impro-Sommer dauert rund drei Wochen. An vier Wochenenden improvisiert das Theater „Für Garderobe keine Haftung“ (FGKH) 15 Stücke. 4 Nachmittagsvorstellungen für Kinder, 8 Abendveranstaltungen und drei Late-Night-Programme. Zusätzlich gibts jeden Samstag Live-Musik und zum Abschluss eine After Work Party. Die Details findet ihr natürlich auf der Seite von FGKH.

Und was genau ist jetzt eigentlich Impro-Theater?

Ein großes Plakat mit Text.

Das Handlungs-Gerüst von MordArt. Foto: Clia

Impro-Theater ist spontanes Schauspiel. Jedes Stück steht unter einem Motto. Am Freitag war ich in „MordArt“ und damit ist wohl jedem klar: das Stück war ein Krimi. Am Anfang des Spiels stimmten die Schauspieler das Gerüst der Handlung mit den Zuschauern ab. Das Milieu des Stückes, der Ort der Handlung, die Rollen und die Charaktere der Figuren werden von Schauspielern und Zuschauern gemeinsam festgelegt. Die Schauspieler machen Vorschläge und die Ideen mit dem meisten Applaus gewinnen. Dann kann das Spiel beginnen.

 

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