Schwarzes Theater: Raum für Magie

Der kleine Prinz zähmt den Fuchs

Gestern war ich bei den Velvets. Die Velvets machen seit über fünf Jahrzehnten Schwarzes Theater. Am Anfang in Prag, heute in Wiesbaden. Ihre Erfolgsproduktion „Der kleine Prinz“ läuft seit 36 Jahren und war auch schon auf vielen Gastspielreisen im übrigen Europa zu sehen. Gründerin Dana Bufkova hat mir erzählt, was das Schwarze Theater für sie bedeutet.

„Das Schwarz ist der Ursprung aller Möglichkeiten,“ sagt die Puppenspielerin. „Alle Phänomene kommen aus dem Schwarzen Grund. Manche erscheinen nur für einen Augenblick, andere nehmen für längere Zeit Gestalt an. Am Ende lösen sich alle wieder auf.“

Im Schwarzen Theater ist der Grund ein Vorhang aus schwarzem Samt. Vor diesem Hintergrund spielen die Velvets, Puppenspieler in schwarzen Samtanzügen. Mit Masken und liebevoll gearbeitete Puppen führen sie durch ihre Geschichten.

Schwarzer Samt schluckt von allen Stoffen am meisten Licht. Gleichzeitig bildet das Schwarz einen starken Kontrast zu den Farben und Formen auf der Bühne. Nur die Figuren und Gegenstände, die von vorne beleuchtet werden, sind für den Betrachter sichtbar. Man erkennt einzelne Bilder und Andeutungen von Bühnenbild.

„Die vollständige Geschichte entsteht erst in den Köpfen der Zuschauer,“ erklärt Dana Bufkova. „Sie stellen sich etwas vor. In einem Raum zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Das ist Magie.“

Foto: Velvets

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