Bharathi Avireddy, Tänzerin und Leiterin der indischen Tanzakademie

Poträt von Bharathi Avireddy

Bharathi Avireddy, geboren in Visakhapatnam, Südostindien, habe ich vor ein paar Jahren bei einem Tanzabend im Tattersaal kennengelernt. Damals stand sie mit einem Gast aus Indien und einer Gruppe ihrer Schülerinnen auf der Bühne. Einzeln und als Gruppe zeigten sie klassische, indische Tänze. Den zweitausend Jahre alten Bharata Natyam und den sechshundert Jahre alten Kuchipudi.

Mittlerweile habe ich Bharathi über gemeinsame Bekannte mehrfach wiedergetroffen. Die Leiterin der indischen Tanzakademie feiert im Oktober den 10. Geburtstag ihrer Schule in Wiesbaden und Frankfurt. Ein guter Grund, sie Euch vorzustellen, meine ich. Weiterlesen

Christa Zehnder, Schauspielerin, Regisseurin, Tänzerin, Yogalehrerin

Porträt.

Christa Zehnder. Foto: Arne Landwehr

Christa Zehnder habe ich vor ungefähr 20 Jahren kennengelernt. Eva Hagenmüller, meine erste Wiesbadener Yogalehrerin (die in den letzten vier Jahrzehnten Tausende im Yoga unterrichtet und Generationen von Yogalehrende ausgebildet hat), hatte sie mir empfohlen, ehe sie selbst in ein Sabbatical nach Indien entschwand.

Christa war damals noch ganz neu in diesem Beruf, hatte aber so wie ich selbst, eigene Yogaerfahrung seit 1986. Das war mir wichtig. Einer Yogalehrerin, die möglicherweise weniger Erfahrung hat als ich selbst, mochte ich mich schon damals nicht anvertrauen.

„Ich wollte eigentlich nur für mich selbst Yoga machen,“ erinnert sich Christa bei einem Nachmittagsplausch. Wir sitzen im Garten  vom „Sherry und Port“, in der Nähe von Christas Yogaraum. „Es war Eva, die mich dazu ermuntert hat, die Yoga-Grundausbildung zu machen.“

Christa hat damals als Tänzerin, Schauspielerin und Regisseurin gearbeitet. Obwohl sie im Erstberuf Lehrerin war. „Ich wollte schon immer ans Theater,“ erinnert sich Christa. „Aber meine Eltern hatten darauf bestanden, dass ich einen ‚richtigen‘ Beruf lerne, ehe ich mich in die Theaterarbeit stürze.“

Heute betreibt Christa ein Yoga-Studio in der Innenstadt. Dort laufen alle Fäden ihres Könnens zusammen.

Bewegung im Wasser, in den Bergen, auf der Bühne

Christa tanzt. Foto:

Christa tanzt. Foto: Lisa Schuster

„Bewegung war für mich schon immer wichtig,“ sagt Christa. „Ich bin am Zürichsee aufgewachsen und habe lange dort gelebt. Als Kinder waren wir viel draußen. Am Wasser und in den Bergen. Im Sommer sind wir zum Schwimmen in den See gesprungen und im Winter waren wir auf Ski.“ Christa ist Skirennen gefahren, hat Kunstturnen und Leichtatletik gemacht. Auch ihre Theaterausbildung war stark körperorientiert.

Sie hat bei Schauspielerinnen und Schauspielern des Grotowski Laboratoriums Workshops nach der Methode des ‚Armen Theaters‘ besucht. „Bei Grotowski geht es darum, Theater mit möglichst wenig Hilfsmitteln zu machen. Alter entsteht zum Beispiel nicht durch Schminke, sondern durch gekonnten Einsatz der Muskeln. Das ist intensivste Körper-, Improvisations- und Stimmarbeit. Sehr hart und diszipliniert. Und diese Arbeit hat mich geprägt,“ stellt Christa fest.

Neben den Menschen mit all ihren körperlichen und stimmlichen Möglichkeiten, geht es bei Grotowski auch darum, die Funktion von Raum als Gestaltungselement einzusetzen.

„Wenn ich in einen Raum komme, habe ich sofort eine Idee, wie ich ihn kreativ nutze und Teil meiner Inszenierung werden lasse,“ erzählt Christa. „Dabei lasse ich mich oft von der Frage leiten: wie kann man die Gegebenheit des Raums als Ausgangspunkt für Bewegung nutzen?“

Christa bespielt gerne den ganzen Raum, nicht nur die Bühne. Und sie tanzt. „Der Tanz ist mir im Theater begegnet. Er wurde für mich ein wichtiges Element. Vom Standard bis zum zeitgenössischen Tanz. Eine Zeit lang schwankte ich sogar: soll ich mich für Tanz entscheiden oder für Theater?“

Lehrerausbildung und Vikarin

Ihre Tanz- und Theaterausbildung hat Christa als Vertretungslehrerin finanziert. Zwei Besonderheiten des schweizerischen Schulsystems machten das möglich.

„Ich war schon mit 21 Jahren Lehrerin. Denn wenn man zu meiner Zeit in der Schweiz ein entsprechendes Gymnasium besuchte, konnte man mit nur eineinhalb weiteren Studienjahren einen Abschluss als Pädagogin erwerben,“ erläutert Christa. „Heute geht das so nicht mehr. Ein weiterer Vorteil für mich war: in der Schweiz wird Unterrichtsausfall vermieden. Wenn ein Lehrer krank wird, kann die Schule bei der zuständigen Schulbehörde eine Vertretungslehrerin, eine Vikarin, anfordern.“

Wanderjahre und Ankommen in Wiesbaden

Christa Zehnder tanzt.

Christa beim Yoga. Foto: Lisa Schuster

Bei einem Theaterworkshop in Zürich traf sie Kollegen aus Deutschland. „Sie wollten eine Theatergruppe gründen und haben mich eingeladen, dabei zu sein.“ Christa packte ihr Bündel und zog nach Stuttgart. „Vier Jahre lang haben wir zusammen Stücke entwickelt, aufgeführt und Workshops veranstaltet. Dann hat sich die Gruppe gesplittet. Ein Teil blieb in Stuttgart, ich ging mit den Übrigen nach Tübingen.“

„Unser Winterquartier war in den ligurischen Bergen (Italien). Dort haben wir unsere Stücke entwickelt, Workshops angeboten, Weihnachten gefeiert und Wahrnehmungsarbeit in der Natur gemacht,“ berichtet Christa.

Einige Übungen erinnern an Meditation. „Wir haben uns im Schweigen fortbewegt und dabei Formen und Strukturen beobachtet. Zum Beispiel ein taubenetztes Spinnennetz im Sonnenlicht. Oder wir haben uns in eine verlassene Kapelle gesetzt, der Stille und den Geräuschen der Natur gelauscht.“

1988 wurde Christa nach Kassel gerufen, um dort ein dreimonatiges Ausbildungsprojekt zu leiten. 1990 führte ihr Weg sie mit diesem Projekt in den Rheingau. 1992 startete Christa ihre dreijährige Yoga-Grundausbildung bei Eva Hagenmüller am Himalaya Institut Wiesbaden.

Yoga-Unterricht in Wiesbaden und Sommerakademie für Artisten in Graz

Bereits im folgenden Jahr begann Christa in Wiesbaden Yoga zu unterrichten. Gleichzeitig startete eine choreografische Arbeit mit Artisten und Kleinkünstlern an der Sommerakademie in Graz.

Sechs Jahre lang entwickelte sie dort Shows mit Artisten. „Ich konnte mein Wissen um Präsenz, die Erfahrung aus der Körperarbeit und das Inszenieren mit Tanz und Theater zusammenfließen lassen.“

Regie für den zweitgrößten Zirkus der Schweiz und Entwicklung von ‚Yoga-Kreativ‘

Christa Zehnder in 'Schneckenzeit'.

Christa Zehnder in ‚Schneckenzeit‘. Foto: Lisa Schuster

Christas Arbeit kam gut an und gipfelte 2001 in dem Angebot, zweimal für eine ganze Saison Regie und Choreografie des Zirkus Nock zu übernehmen. Nock ist der zweitgrößte Zirkus in der Schweiz.

„Ich war zuständig für die Umstrukturierung vom Nummernzirkus zur Zirkusshow als Gesamtkunstwerk,“ erklärt Christa. Die Arbeit war hart. Die Zirkusleute sind ein eingeschworenes Volk. Sie kennen sich oft über Generationen. „Und da kommt von außen eine kleine, fremde Frau und sagt ihnen, was sie tun sollen. Das war eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Glücklicherweise stand die Chefin hinter mir und hat mich unterstützt.“

Während der Zirkus mit der Show auf Tournee war, entwickelte Christa in Wiesbaden aus der Verbindung von Yoga, Tanz und Theater ihr ‚Yoga-Kreativ‘ und ‚Schneckenzeit‘, den erste Teil einer Performance-Trilogie.

Yoga-Studio Christa Zehnder

Blick in eine Yoga-Klasse

Blick in eine wöchentliche Yoga-Klasse. Foto: Christa Zehnder

2010 eröffnete Christa dann, nach 17 Jahren in fremden Räumen, ihr eigenes Yoga-Studio. Unter diesem Dach kann sie nun alle ihre Fähigkeiten und Talente bündeln.

„Ich biete klassische, wöchentliche Yoga-Gruppen und Einzelunterricht an. Unter dem Namen ‚Sen-Yoga‘ habe ich ein spezielles Übungprogramm für Ältere und Menschen mit Einschränkungen entwickelt,“ erzählt Christa. Einfache Hilfsmittel wie Stühle machen es möglich, dass wirklich alle, die wollen, Yoga machen können. Unabhängig von Alter, Krankheit oder sonstigen Bewegungseinschränkungen. Alle drei Angebote werden von den Krankenkassen anerkannt.

‚Yoga-Kreativ‘ steht heute für Workshops mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Und natürlich bietet der Yoga-Raum auch Platz für Christas eigene Arbeit. ‚Raupenzeit‘ und ‚Hummelzeit‘, die beiden weiteren Teile ihrer Performance-Trilogie, hat sie in der Herrngartenstraße entwickelt.

Stilles Sitzen im Yoga-Raum und öffentliche Gehmeditation in der Fußgängerzone

Metall-Frosch in Meditationshaltung.

Frosch-Buddha. Foto: Christa Zehnder

Seit Herbst 2015 unterrichtet Christa nun auch Meditation. In 60minütigen ‚Meditationshäppchen‘ macht sie Menschen mit den Grundlagen der Achtsamkeitspraxis bekannt.

„Meditation war für mich viele Jahre lang hauptsächlich Meditation in Bewegung. Doch 2013 habe ich im EIAB, dem europäischen Institut für angewandten Buddhismus, den vietnamesischen Zenmeister Thich Nhat Hanh kennengelernt. Thay hat mein Herz berührt. Seither habe ich einen sehr viel tieferen Zugang zur Stille. Das möchte ich gerne weitergeben,“ sagt Christa.

Am Samstag, den 17. September um 13. 15 Uhr lädt Christa zu einer öffentlichen Gehmeditation ein. Im Rahmen der stadtweiten Veranstaltung ‚Wiesbaden tanzt‘, wird sie in der Mittagszeit eine Gruppe im Schweigen durch die Fußgängerzone führen. Ganz so, wie es Thay viele Jahre lang in vielen Großstädten auf der ganzen Welt machte.

Die Einzelheiten und Teilnahmebedingungen zu diesem Gang für „Entschleunigung, Ruhe und Frieden in der Welt“ findet Ihr auf Christas Studio-Website. Dort gibt´s auch Infos zu ‚Yoga im Park‘, dem Outdoor-Angebot von Mai bis September.

Dieser Text wurde veröffentlicht im Juli 2016 und aktualisiert am 29. August.

Alle Fotos wurden von Christa Zehnder zur Verfügung gestellt.

Wiesbaden hält inne. Eine Woche der Stille.

Wildrose.

Wildrose. Foto: Clia

Nach Frankfurt und Freiburg gönnte sich nun auch Wiesbaden eine „Woche der Stille“. Acht Tage lang haben evangelische Stadtkirche und Stadt, unter dem Motto „Wiesbaden hält inne“ zu Meditation, Yoga und spirituellen Kulturevents eingeladen.

Ich habe am Anfang lange über dem Programm gebrütet, um möglichst viel davon mitzubekommen. Am Ende habe ich dann „nur“ an den Klangangeboten teilgenommen. Das habe ich nicht geplant, das hat sich einfach so ergeben. Und es mag sich komisch anhören, weil die Veranstaltung ja „Woche der Stille“ heißt. Tatsächlich sind Töne ein gutes „Fahrzeug“ für die Reise in die eigene innere Stille. Weiterlesen

Sybille Katharina Schobel, Heilpraktikerin, Beraterin für Darmgesundheit und Schmerztherapeutin

Sybille Katharina Schobel

Heilpraktikerin Sybille Katharina Schobel. Foto: Silke Jarick

Sybille Katharina Schobel ist eingefleischte Westendlerin. „Das ist hier so mein Kiez,“ stellt sie fest. Wir sitzen in ihrer Naturheilpraxis am Blücherplatz in Wiesbaden und schauen Tee trinkend aus dem Fenster. Seit einem Jahr hat Sybille ihre Praxis hier. Die Wohnung ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Sigrid Schellhaas vom Frauengesundheitszentrum Sirona hatte mich einst nach einer Erstdiagnose zu Sybille geschickt. Denn Sybille hat sich auf die Arbeit mit Ernährungssensiblen spezialisiert.

Seit ich Sybille kenne, habe ich (nach 40jährigem Leidensweg) keine Migräneanfälle und Depressionen mehr. Ganz ohne Psychotherapie und Pillen. Nur durch konsequente Ernährungsumstellung. Großartig, oder? Und ein sehr guter Grund um Euch Sybille vorzustellen.  Weiterlesen

Verlosung zum Welttag des Buches

Blogger schenke Lesefreude

In diesem Jahr verlose ich im Rahmen der Aktion Blogger schenken Lesefreude drei historische Romane und zwei Krimis. Alle fünf Bücher stammen aus einem Lese-Paket vom Gmeiner Verlag. Weiterlesen

28 Tage Meditation mit der amerikanischen Buddhistin Sharon Salzberg

Eine Pflanze mit Knospen und Blüten.

Schneeglöckchen am Salzbach in Wiesbaden. Foto: Clia

Gestern endete die 28tägige Real Happiness Meditation Challenge von Sharon Salzberg, einer der Pionierinnen des Buddhismus im Westen. Sharon lehrt seit 1974 Meditation und hat 1976 gemeinsam mit Jack Kornfield und Joseph Goldstein eines der ersten Meditationszentren im Westen gegründet.

In diesem Jahr hat Sharon Salzberg zum 6. Mal zur Real Happiness Meditation Challenge eingeladen. Während des ganzen Monats Februar üben rund 14.000 Menschen auf der ganzen Welt unter Sharons Anleitung Meditation. Sharons Assistentin Lily schickt täglich eine Mail mit Link zur „Übung des Tages“ auf Sharons Blog. Weiterlesen